Shopware Nexus: Schnittstellen und Workflows zentral steuern
Eine neue Bestellung geht in deinem Shopware Shop ein. Anschließend müssen die Kundendaten an deine Warenwirtschaft übermittelt, der Auftrag im ERP angelegt, der Lagerbestand aktualisiert und vielleicht noch dein Vertrieb über die Bestellung informiert werden.
In vielen Unternehmen übernehmen diese Aufgaben heute unterschiedliche Plugins, einzelne Skripte, Cronjobs, CSV-Exporte und manuelle Arbeitsschritte. Solange alles funktioniert, fällt diese gewachsene Systemlandschaft kaum auf. Problematisch wird es, wenn eine Verbindung ausfällt, Bestellungen doppelt übertragen werden oder niemand genau weiß, an welcher Stelle ein Fehler entstanden ist.
Mit Shopware Nexus möchte Shopware genau diese Herausforderung lösen. Die Plattform soll dir dabei helfen, Shopware mit externen Systemen zu verbinden und systemübergreifende Prozesse zentral zu steuern.
Statt jede Integration als individuelle Punkt-zu-Punkt-Schnittstelle zu entwickeln, kannst du in Nexus visuelle Workflows erstellen. Diese Workflows reagieren beispielsweise auf eine neue Bestellung, bereiten die enthaltenen Daten auf und übertragen sie anschließend an ein ERP, einen Kommunikationsdienst oder eine beliebige externe API.
Das klingt zunächst nach einer einfachen No-Code-Lösung. Ganz so einfach ist es in der Praxis allerdings nicht. Nexus kann die technische Umsetzung vieler Integrationen vereinfachen. Eine durchdachte Prozessplanung, saubere Datenstrukturen und eine zuverlässige Fehlerbehandlung bleiben trotzdem unverzichtbar.
In diesem Artikel erfährst du:
- was Shopware Nexus ist,
- welche Prozesse du damit automatisieren kannst,
- was du für den Einsatz benötigst,
- wo die aktuellen Grenzen liegen,
- wie sich Nexus vom Flow Builder und klassischen Schnittstellen unterscheidet,
- welche weiteren Systeme du weiterhin brauchst und
- wann sich die Beschäftigung mit Nexus für deinen Shop lohnt.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Shopware Nexus?
Shopware Nexus ist eine Plattform für die Automatisierung und Verbindung unterschiedlicher Systeme. Vereinfacht gesagt bildet Nexus eine zentrale Ebene zwischen deinem Shopware Shop und externen Anwendungen.
Dazu können beispielsweise folgende Systeme gehören:
- ERP- und Warenwirtschaftssysteme,
- Product-Information-Management-Systeme, kurz PIM,
- Customer-Relationship-Management-Systeme, kurz CRM,
- Warehouse-Management-Systeme, kurz WMS,
- Buchhaltungs- und Finanzsysteme,
- Kommunikationsdienste wie Slack,
- Cloudspeicher,
- Marktplätze,
- Versandlösungen oder
- beliebige Dienste mit einer geeigneten API.
Shopware bezeichnet Nexus als ereignisbasierte Integrations- und Orchestrierungsplattform. Häufig wird für eine solche Lösung auch die Bezeichnung iPaaS verwendet. Die Abkürzung steht für „Integration Platform as a Service“.
Der entscheidende Punkt: Nexus soll nicht nur Daten von System A nach System B übertragen. Die Plattform soll vollständige Prozesse über mehrere Anwendungen hinweg koordinieren.
Shopware beschreibt Nexus als Shopware-native, ereignisgesteuerte Orchestrierungsebene, die speziell auf Commerce-Prozesse und die Datenstrukturen von Shopware ausgerichtet ist.
Von der einzelnen Schnittstelle zur zentralen Orchestrierung
Eine klassische Schnittstelle verbindet häufig genau zwei Systeme miteinander:
Shopware → ERP
Für eine weitere Verbindung wird dann die nächste Schnittstelle eingerichtet:
Shopware → PIM
Shopware → CRM
Shopware → Versandplattform
Mit jeder zusätzlichen Verbindung wächst die Komplexität. Werden Datenformate oder Prozesse verändert, müssen möglicherweise mehrere Schnittstellen angepasst werden.
Nexus verfolgt einen anderen Ansatz. Das System soll die beteiligten Anwendungen über eine zentrale Workflow-Ebene miteinander verbinden.
Ein einzelnes Ereignis kann dadurch mehrere Aktionen auslösen:
Neue Bestellung → Kundendaten prüfen → Auftrag im ERP anlegen → Referenznummer an Shopware zurückgeben → Vertrieb informieren → Bestelldaten archivieren
Nexus übernimmt dabei die Rolle eines Dirigenten. Die angeschlossenen Systeme behalten ihre eigentlichen Aufgaben. Nexus legt jedoch fest, wann welches System aktiv wird und welche Daten weitergegeben werden.
Low-Code statt vollständiger Individualentwicklung
Daneben gibt es die eigentliche Funktion „Subscriptions“. Damit können Händler Produkte als wiederkehrende Abonnements verkaufen. Typische Beispiele sind Kaffee, Tierfutter, Verbrauchsmaterialien, Kosmetik, Lebensmittelboxen oder andere Produkte, die Kunden regelmäßig nachbestellen.
Diese Funktion ist besonders spannend, wenn du den Customer Lifetime Value erhöhen, planbare Umsätze aufbauen und Kunden stärker an deine Marke binden möchtest.
Wichtig ist: Die Abo-Funktion ist nicht mit jeder Shopware-Version verfügbar. Für größere Händler ist sie deshalb ein gutes Beispiel dafür, warum die richtige Lizenzwahl nicht nur eine Kostenfrage ist, sondern direkt mit deinem Geschäftsmodell zusammenhängt.
Ist Shopware Nexus bereits vollständig verfügbar?
Shopware hat Ende Mai 2026 Nexus als „Early-Access bzw. in der Beta Version veröffentlicht..
Für dich bedeutet das:
- Nexus kann bereits praktisch verwendet und getestet werden.
- Es stehen funktionierende Trigger, Aktionen und Konnektoren zur Verfügung.
- Funktionsumfang wird derzeit noch deutlich ausgebaut.
- Verhalten, Verfügbarkeit und Preise können sich weiterhin verändern.
- Für geschäftskritische Prozesse ist eine besonders sorgfältige Prüfung notwendig.
Nexus ist damit keine reine Zukunftsankündigung mehr. Es ist aber auch noch kein über viele Jahre gereiftes Standardwerkzeug mit einer großen Auswahl fertiger Konnektoren. Es ist einfach „neu“!
Wie funktioniert Shopware Nexus?
Damit du das Potenzial von Nexus richtig einschätzen kannst, solltest du den grundsätzlichen Aufbau eines Workflows kennen.
Ein typischer Nexus-Workflow besteht aus fünf Bereichen:
- Trigger
- Aktionen
- Transformationen
- Bedingungen
- Ausgaben
Diese Bestandteile werden auf der Canvas miteinander verbunden
Trigger: Was startet den Workflow?
Ein Trigger legt fest, wann ein Workflow ausgeführt wird. Nexus unterstützt aktuell vor allem zwei Arten von Triggern.
Shopware-Ereignisse
Der Workflow reagiert auf ein Ereignis in deinem Shopware Shop.
Ein solches Ereignis kann beispielsweise sein:
- Eine Bestellung wurde aufgegeben.
- Ein Kunde wurde angelegt.
- Ein Datensatz wurde verändert.
- Eine bestimmte Entität wurde erstellt oder aktualisiert.
Dadurch kann ein Prozess unmittelbar nach dem auslösenden Ereignis starten. Ein externes System, wie bspw. ein CronJob, muss nicht erst alle 15 Minuten prüfen, ob neue Daten vorhanden sind.
Zeitgesteuerte Trigger
Ein Workflow kann auch nach einem festgelegten Zeitplan ausgeführt werden.
Mögliche Beispiele sind:
- Bestände jede Stunde abgleichen,
- Preise einmal pro Nacht aktualisieren,
- Kundendaten einmal täglich synchronisieren,
- wöchentlich eine Exportdatei erzeugen oder
- regelmäßig Daten aus einem Fremdsystem abrufen.
Die Zeitsteuerung verwendet Cron-basierte Zeitpläne. Für dich als Shopbetreiber ist vor allem entscheidend, dass du bestimmen kannst, wann und wie häufig ein Prozess ausgeführt wird.
Aktionen: Was soll ausgeführt werden?
Nach dem Trigger folgen eine oder mehrere Aktionen.
Eine Aktion kann zum Beispiel sein:
- Daten über die Shopware API abrufen,
- Shopware-Daten verändern,
- einen Datensatz in Microsoft Dynamics 365 Business Central anlegen,
- eine externe API aufrufen,
- eine Nachricht an Slack senden,
- eine E-Mail über Shopware verschicken oder
- Daten in einem S3-Speicher ablegen.
Mehrere Aktionen lassen sich hintereinander ausführen. So entsteht aus einzelnen technischen Aufrufen ein vollständiger Geschäftsprozess.
Transformationen: Wie müssen die Daten aufbereitet werden?
Zwei Systeme verwenden nur selten exakt dieselben Datenstrukturen. Shopware kann ein Feld beispielsweise als Bestellnummer bereitstellen, während dein ERP dafür die Bezeichnung „externe Belegnummer“ verwendet.
Weitere typische Unterschiede betreffen:
- Kunden- und Debitorennummern,
- Produkt- und Variantennummern,
- Adressformate,
- Steuerschlüssel,
- Mengeneinheiten,
- Währungen,
- Preisformate,
- Statuswerte,
- Rabatte oder
- Lieferzeiten.
Nexus kann Daten innerhalb eines Workflows filtern und den Feldern eines Zielsystems zuordnen. Über Platzhalter können Informationen aus einem vorherigen Workflow-Schritt in späteren Aktionen verwendet werden. Dieser Vorgang wird als Datenmapping bezeichnet.
Ein technisch erfolgreicher API-Aufruf bringt dir schließlich wenig, wenn die Kundennummer im falschen Feld landet oder dein ERP einen Steuerschlüssel nicht richtig interpretieren kann.
Bedingungen: Was passiert in welchem Fall?
Nicht jede Bestellung soll den gleichen Prozess durchlaufen. Mit Bedingungen kannst du unterschiedliche Wege innerhalb eines Workflows festlegen.
Mögliche Beispiele:
- Nur Bestellungen ab 5.000 Euro werden zusätzlich an den Vertrieb gemeldet.
- Bestellungen aus einem bestimmten Verkaufskanal werden einem eigenen ERP-Mandanten zugeordnet.
- B2B-Kunden werden an das CRM übertragen, Privatkunden jedoch nicht.
- Bei einer bestimmten Zahlungsart wird ein zusätzlicher Prüfungsschritt ausgeführt.
- Fehlen Pflichtfelder, wird die Übertragung gestoppt.
- Bei niedrigem Lagerbestand wird eine Warnung versendet.
- Abhängig vom Lieferland wird ein anderer Logistikprozess gestartet.
Nexus stellt dafür unter anderem If- und Switch-Verzweigungen bereit. Zusätzlich kann ein Delay-Node einen Workflow für eine festgelegte Zeit verzögern.
Ausgaben und Monitoring: Was ist mit dem Workflow passiert?
Ein Workflow sollte nicht einfach nur ausgeführt werden. Du musst auch erkennen können, ob die Verarbeitung erfolgreich war.
Nexus stellt grundlegende Informationen zu den Ausführungen bereit. Dazu gehören unter anderem:
- Status der Ausführung,
- Ausführungsdauer,
- Anzahl der verarbeiteten Nachrichten,
- Fehleranzahl und
- Latenz.
Aktuell bestehen allerdings noch Einschränkungen beim Monitoring. Laut Entwicklerdokumentation gibt es unter anderem noch keine vollständigen Ausführungsprotokolle für jeden einzelnen Node. Auch die Einsicht in die verarbeiteten Daten ist begrenzt und die Ansicht muss teilweise manuell aktualisiert werden.
Für einfache Prozesse kann dieses Monitoring ausreichen. Bei geschäftskritischen Integrationen kann jedoch eine zusätzliche Protokollierung erforderlich sein.
Was kannst du mit Shopware Nexus machen?
Das Potenzial von Nexus wird besonders deutlich, wenn du dir konkrete Anwendungsfälle aus dem Alltag ansiehst.
Bestellungen an ein ERP übertragen
Eine der häufigsten Anforderungen besteht darin, neue Shopware-Bestellungen an ein ERP oder eine Warenwirtschaft zu übertragen.
Ein entsprechender Workflow könnte folgendermaßen aussehen:
- Eine Bestellung wird in Shopware aufgegeben.
- Nexus liest die Bestell-, Kunden- und Positionsdaten aus.
- Die Daten werden in das Format des ERP-Systems umgewandelt.
- Nexus prüft, ob der Kunde bereits im ERP vorhanden ist.
- Falls erforderlich, wird ein neuer Kunde angelegt.
- Anschließend wird der Verkaufsauftrag erzeugt.
- Die ERP-Auftragsnummer wird an Shopware zurückgegeben.
- Bei einem Fehler wird das zuständige Team informiert.
Shopware dokumentiert genau diesen Ablauf als typischen Nexus-Anwendungsfall für Microsoft Dynamics 365 Business Central. Der aktuelle Business-Central-Konnektor unterstützt Kunden, Artikel und Verkaufsaufträge sowie unterschiedliche Lese-, Schreib-, Aktualisierungs- und Löschoperationen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass eine vollständige ERP-Integration automatisch mit wenigen Klicks fertig ist.
Du musst weiterhin klären:
- Welche Daten führt Shopware?
- Welche Daten führt das ERP?
- Wie werden Kunden eindeutig erkannt?
- Wie werden Gastbestellungen behandelt?
- Was passiert bei abweichenden Lieferadressen?
- Wie werden Rabatte und Versandkosten übertragen?
- Wie werden Varianten zugeordnet?
- Wie verhinderst du doppelte Aufträge?
- Was passiert bei einer nachträglichen Änderung oder Stornierung?
Die technische Verbindung ist nur ein Teil der Aufgabe. Der zuverlässige Geschäftsprozess entsteht erst durch die richtige Konzeption.
Bestände und Preise synchronisieren
Wenn dein ERP oder deine Warenwirtschaft das führende System für Bestände und Preise ist, müssen die Daten regelmäßig an Shopware übertragen werden.
Mit Nexus lassen sich beispielsweise folgende Prozesse aufbauen:
- Bestände stündlich aktualisieren,
- Preisänderungen nachts importieren,
- Lieferzeiten abgleichen,
- ausverkaufte Produkte deaktivieren,
- Mindestbestände überwachen oder
- Produktstatus zwischen mehreren Systemen synchronisieren.
Besonders bei größeren Sortimenten musst du die Datenmenge berücksichtigen.
Es macht einen erheblichen Unterschied, ob du einmal täglich 50 Bestände aktualisierst oder alle fünf Minuten zehntausende Varianten abgleichst. Bei großen Datenmengen müssen unter anderem API-Limits, Paketgrößen, Laufzeiten und die Belastbarkeit der beteiligten Systeme berücksichtigt werden.
Kundendaten mit einem CRM verbinden
Vielleicht möchtest du bestimmte Shopware-Kunden automatisch in dein CRM übertragen.
Dabei muss nicht jeder Kunde zwangsläufig den gleichen Prozess auslösen. Nexus kann zunächst prüfen, ob bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:
- Handelt es sich um einen Geschäftskunden?
- Gehört der Kunde zu einer bestimmten Kundengruppe?
- Hat der Kunde dem Newsletter zugestimmt?
- Hat der Kunde einen festgelegten Umsatz erreicht?
- Ist bereits ein CRM-Datensatz vorhanden?
Anschließend könnten beispielsweise folgende Aktionen ausgeführt werden:
- einen Kontakt im CRM anlegen,
- ein Unternehmen zuordnen,
- einen Vertriebsmitarbeiter hinterlegen,
- Kundenumsätze aktualisieren,
- einen besonders wertvollen Kunden markieren oder
- eine Vertriebsaufgabe erzeugen.
Produktdaten aus einem PIM übertragen
In umfangreichen Sortimentsstrukturen werden Produktinformationen häufig nicht ausschließlich in Shopware gepflegt.
Ein PIM kann beispielsweise folgende Daten verwalten:
- Produkttexte,
- Übersetzungen,
- technische Eigenschaften,
- Bilder und Dokumente,
- Herstellerinformationen,
- Kanalsortimente,
- Kategoriezuordnungen und
- Freigabestatus.
Nexus könnte den Prozess zwischen PIM und Shopware koordinieren. Zum Beispiel wird ein Produkt erst dann an Shopware übertragen, wenn es im PIM vollständig gepflegt und freigegeben wurde.
Nexus ersetzt das PIM dabei nicht! Die Plattform sorgt lediglich dafür, dass die richtigen Daten zum richtigen Zeitpunkt zwischen den Systemen ausgetauscht werden.
Slack-Nachrichten und interne Benachrichtigungen versenden
Nicht jede Automatisierung muss sofort eine umfangreiche ERP-Schnittstelle sein. Auch eine gezielte Benachrichtigung kann deinen Alltag deutlich vereinfachen.
Mögliche Beispiele:
- Eine Bestellung über 10.000 Euro geht ein.
- Ein besonders wichtiger Artikel unterschreitet seinen Mindestbestand.
- Eine Schnittstellenübertragung schlägt fehl.
- Ein neuer B2B-Kunde registriert sich.
- Eine Bestellung muss manuell geprüft werden.
- Eine ungewöhnlich hohe Stückzahl wird bestellt.
- Eine bestimmte Zahlungsart wurde ausgewählt.
Nexus unterstützt aktuell Slack-Nachrichten und den Versand von E-Mails über Shopware.
Wichtig ist eine sinnvolle Auswahl der Benachrichtigungen. Wenn dein Team wegen jedes kleinen Vorgangs eine Meldung erhält, werden wirklich wichtige Warnungen irgendwann übersehen.
Daten an externe APIs senden
Über den generischen API-Request-Node kann Nexus HTTP-Anfragen an externe Dienste senden. Dadurch bist du nicht ausschließlich auf fertige Konnektoren angewiesen.
Voraussetzung ist allerdings, dass der externe Dienst:
- eine geeignete API anbietet,
- eine ausreichende Dokumentation besitzt,
- eine sichere Authentifizierung ermöglicht und
- die benötigten Funktionen über seine API bereitstellt.
Der generische API-Zugriff macht Nexus deutlich flexibler. Er ist aber nicht mit einem vollständig vorkonfigurierten Konnektor gleichzusetzen. Bei einer individuellen API-Anbindung müssen unter anderem folgende Punkte konzipiert werden:
- Endpunkte,
- HTTP-Methoden,
- Authentifizierung,
- Request- und Response-Formate,
- Datenmapping,
- Fehlercodes,
- Wiederholungen und
- Timeout-Verhalten.
Daten speichern und archivieren
Nexus kann Daten in Amazon S3 beziehungsweise in einem S3-kompatiblen Speicher ablegen.
Das kann sinnvoll sein, wenn du:
- Exportdateien bereitstellen,
- übertragene Daten archivieren,
- Zwischenergebnisse speichern,
- Daten für weitere Prozesse bereitstellen oder
- Informationen für spätere Auswertungen sammeln möchtest.
Nexus ersetzt damit keine vollständige Business-Intelligence- oder Data-Warehouse-Plattform. Es kann aber einen Teil des Datenflusses dorthin organisieren.
Mehrere Shopware Shops verbinden
Nexus kann über die Shopware API auch auf Shopware-Daten zugreifen. Dadurch lassen sich grundsätzlich Abläufe zwischen mehreren Shopware Shops aufbauen.
Mögliche Anwendungsfälle sind:
- Stammdaten zwischen Shops abgleichen,
- ausgewählte Produkte übertragen,
- Bestellungen zentral zusammenführen,
- Preise oder Bestände verteilen oder
- Benachrichtigungen für mehrere Shops bündeln.
Dabei muss eindeutig definiert werden, welches System (PIM, Shopware, ERP etc.) die führende Datenquelle ist. Wenn mehrere Shops denselben Bestand verändern dürfen, entstehen sonst schnell widersprüchliche Werte.
Ein praktisches Beispiel: Von der Bestellung bis zum ERP-Auftrag
Stell dir vor, du betreibst einen B2B-Shop für Maschinen und Zubehör. Jede Bestellung soll automatisch an Microsoft Dynamics 365 Business Central übertragen werden. Bestellungen mit einem Warenwert über 10.000 Euro sollen zusätzlich durch den Vertrieb geprüft werden.
Der Nexus-Workflow könnte folgendermaßen aufgebaut werden:
1. Bestellung als Trigger
Sobald eine Bestellung in Shopware aufgegeben wird, startet der Workflow.
2. Bestelldaten laden
Nexus ruft die Bestellung mit Kunden-, Adress-, Zahlungs-, Versand- und Positionsdaten ab.
3. Kunde im ERP suchen
Der Workflow prüft anhand einer eindeutigen Information, ob der Kunde bereits in Business Central vorhanden ist. Das kann beispielsweise über eine bestehende ERP-Kundennummer oder eine andere definierte Zuordnung erfolgen.
4. Kunden anlegen oder aktualisieren
Ist der Kunde noch nicht vorhanden, legt Nexus einen neuen Datensatz an. Ist der Kunde vorhanden, kann der bestehende Datensatz verwendet oder aktualisiert werden.
5. Verkaufsauftrag erzeugen
Die Bestellpositionen werden in das erwartete ERP-Format umgewandelt und als Verkaufsauftrag übertragen.
6. ERP-Referenz in Shopware speichern
Die zurückgegebene ERP-Auftragsnummer wird in Shopware hinterlegt. Dadurch können Mitarbeiter später nachvollziehen, welcher Shopware-Auftrag zu welchem ERP-Beleg gehört.
7. Warenwert prüfen
Eine Bedingung kontrolliert, ob der Warenwert über 10.000 Euro liegt. Ist das der Fall, wird eine zusätzliche Slack-Nachricht an den Vertrieb gesendet.
8. Fehler abfangen
Schlägt die ERP-Übertragung fehl, wird eine Warnung an das zuständige Team versendet. Ein solcher Workflow klingt auf der Canvas zunächst übersichtlich. Die entscheidenden Herausforderungen stecken jedoch in den Details:
- Was passiert, wenn ein Produkt im ERP fehlt?
- Wie werden Freitextpositionen behandelt?
- Was passiert bei unterschiedlichen Steuersätzen?
- Wie werden Gutscheine übertragen?
- Kann derselbe Auftrag versehentlich zweimal angelegt werden?
- Was passiert, wenn das ERP vorübergehend nicht erreichbar ist?
- Wie wird eine nachträgliche Änderung behandelt?
Diese Fragen entscheiden darüber, ob die Integration nur in einer Vorführung funktioniert oder deinen Geschäftsalltag tatsächlich zuverlässig unterstützt.
Was brauchst du, um Nexus einsetzen zu können?
Die technische Aktivierung ist vergleichsweise überschaubar. Für einen produktiven Einsatz benötigst du jedoch mehr als nur den Zugang zur Nexus-Oberfläche.
Technische Grundvoraussetzungen
Nach der aktuellen Shopware-Dokumentation benötigst du:
- Shopware 6.7.1.0 oder neuer,
- einen Shopware Shop,
- einen aktiven Shopware Account,
- ein im Shopware Account hinterlegtes Unternehmen,
- Administratorzugriff auf den Shop und
- den aktivierten Shopware Nexus Event-Ingestion Service.
Der Event-Ingestion Service sorgt dafür, dass Ereignisse aus deinem Shop an Nexus übermittelt werden können. Anschließend meldest du dich im Nexus-Portal an und verbindest den gewünschten Shop.
Da Nexus derzeit noch weiterentwickelt wird, solltest du vor dem Projektstart prüfen, ob der Dienst für deinen Account, deine Shopware-Version und dein Vertragsmodell verfügbar ist
Zugänge zu den externen Systemen
Jedes anzubindende System benötigt einen geeigneten technischen Zugang.
Abhängig vom Dienst können dazu gehören:
- API-Benutzer,
- Zugriffstoken,
- Client-ID und Client-Secret,
- OAuth-Freigaben,
- API-Schlüssel,
- Endpunktadressen oder
- Mandanten- und Unternehmenskennungen.
Achte darauf, dass eine Schnittstelle nur die Berechtigungen erhält, die sie tatsächlich benötigt. Muss Nexus ausschließlich Bestände lesen, braucht der verwendete Zugang nicht automatisch Administrationsrechte für das gesamte ERP.
Eine klare Prozessbeschreibung
Bevor du einen Workflow erstellst, musst du den zugrunde liegenden Geschäftsprozess verstehen.
Folgende Fragen sollten beantwortet sein:
- Welches Ereignis startet den Prozess?
- Welche Daten werden benötigt?
- Welches System ist für welche Daten führend?
- Welche Pflichtfelder müssen vorhanden sein?
- Welche Bedingungen beeinflussen den Ablauf?
- Was gilt als erfolgreiche Verarbeitung?
- Was passiert bei einem Fehler?
- Wer wird bei Problemen informiert?
- Darf der Prozess wiederholt werden?
- Wie werden doppelte Datensätze verhindert?
Ohne diese Vorarbeit wird auch eine visuelle Low-Code-Oberfläche schnell unübersichtlich.
Ein sauberes Datenmapping
Für jedes relevante Feld solltest du dokumentieren:
- aus welchem System es stammt,
- wie es dort bezeichnet wird,
- in welches Feld es übertragen wird,
- welches Format erwartet wird,
- ob das Feld verpflichtend ist und
- welche Umwandlung erforderlich ist.
Besonders kritisch sind häufig:
- Artikelnummern,
- Variantennummern,
- Kundennummern,
- Steuerkennzeichen,
- Preise,
- Rabatte,
- Währungen,
- Einheiten,
- Adressen,
- Versandkosten und
- Statuswerte.
Eine Staging- und Testumgebung
Geschäftskritische Workflows solltest du niemals zuerst mit echten Kundendaten im Live-Shop testen.
Auf einem Staging-System kannst du unter anderem prüfen:
- ob das richtige Ereignis ausgelöst wird,
- ob alle Daten vollständig übertragen werden,
- wie Sonderfälle behandelt werden,
- wie sich ein Timeout auswirkt,
- ob Wiederholungen doppelte Datensätze erzeugen,
- wie fehlerhafte Produkte behandelt werden und
- ob Warnmeldungen zuverlässig ankommen.
Ein einzelner erfolgreicher Testauftrag reicht nicht aus. Du musst auch ungültige, unvollständige und ungewöhnliche Datenkonstellationen prüfen.
Technisches und fachliches Know-how
Eine Slack-Nachricht nach einer Bestellung lässt sich möglicherweise ohne tiefgehende Entwicklungserfahrung einrichten. Eine bidirektionale ERP-Anbindung ist dagegen weiterhin ein anspruchsvolles Integrationsprojekt.
Du benötigst dafür Kenntnisse über:
- Shopware-Datenmodelle,
- APIs,
- Authentifizierung,
- Datenmapping,
- Geschäftsprozesse,
- Fehlerbehandlung,
- Wiederholungslogik,
- Sicherheit und
- Monitoring.
Nexus vereinfacht die technische Umsetzung. Es macht komplexe Integrationen aber nicht automatisch einfach.
Was kann Nexus in deinem Alltag vereinfachen?
Der Nutzen von Nexus liegt nicht in der modernen Canvas. Entscheidend ist, ob deine Mitarbeiter dadurch weniger manuelle Arbeit haben und Prozesse zuverlässiger ablaufen.
Weniger manuelle Datenübertragung
CSV-Exporte, Excel-Listen und manuelle Eingaben kosten Zeit und sind fehleranfällig. Ein automatisierter Workflow kann wiederkehrende Übertragungen übernehmen und dadurch Mitarbeiter entlasten.
Weniger doppelte Datenpflege
Werden Kunden, Bestände oder Produktdaten in mehreren Systemen von Hand gepflegt, entstehen schnell Abweichungen. Ein definierter Datenfluss stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert vom führenden System an die vorgesehenen Zielsysteme übertragen werden.
Schnellere Reaktionen
Ein ereignisgesteuerter Workflow kann unmittelbar auf eine Bestellung oder Bestandsänderung reagieren. Du musst nicht erst auf einen nächtlichen Export oder eine manuelle Prüfung warten.
Bessere Nachvollziehbarkeit
Ein visueller Workflow zeigt, welche Schritte nacheinander ausgeführt werden. Das kann die Abstimmung zwischen E-Commerce, Vertrieb, Logistik, Buchhaltung und IT erleichtern.
Zentralere Fehlerbehandlung
In historisch gewachsenen Systemlandschaften verteilen sich Fehler häufig auf verschiedene Plugins, Skripte, Serverlogs und externe Anwendungen. Nexus kann zumindest einen Teil der Verarbeitung und Überwachung an einer zentralen Stelle bündeln.
Einfachere Erweiterungen
Soll ein bestehender Prozess später um eine zusätzliche Benachrichtigung oder Archivierung ergänzt werden, kann ein weiterer Node in den Workflow aufgenommen werden. Bei einer vollständig individuell programmierten Integration wäre dafür möglicherweise eine neue Entwicklung und Bereitstellung erforderlich.
Wiederverwendbare Workflows
Shopware legt großen Wert auf die Wiederverwendbarkeit von Nexus-Workflows. Workflows und Mapping-Konfigurationen sollen zwischen Projekten und Organisationen übertragen werden können, ohne dabei sensible Zugangsdaten mitzukopieren.
Das ist besonders interessant, wenn du:
- mehrere Shopware Shops betreibst,
- verschiedene Marken verwaltest,
- mehrere Länder-Shops besitzt oder
- wiederkehrende Integrationsmuster verwendest.
Nexus oder Flow Builder: Wo liegt der Unterschied?
Nexus ist nicht das einzige Werkzeug, mit dem du Shopware-Prozesse automatisieren kannst. Viele Shopbetreiber verwenden bereits den Shopware Flow Builder im Alltag.
Der Flow Builder arbeitet hauptsächlich innerhalb von Shopware
Der Flow Builder eignet sich besonders für Prozesse, die innerhalb deines Shopware Shops stattfinden.
Typische Beispiele sind:
- E-Mails nach einer Statusänderung versenden,
- Tags an Bestellungen vergeben,
- Bestellstatus verändern,
- Dokumente erzeugen,
- interne Shopware-Aktionen ausführen oder
- bestimmte Abläufe anhand von Shopware-Regeln steuern.
Der Flow Builder nutzt vordefinierte Trigger, Bedingungen und Aktionen innerhalb deiner Shopware-Umgebung.
Nexus verbindet Shopware mit der externen Systemlandschaft
Nexus geht über interne Shopware-Automatisierungen hinaus. Die Plattform soll Shopware mit ERP-, PIM-, CRM-, Speicher-, Kommunikations- und weiteren Drittsystemen verbinden.
Als vereinfachte Faustregel kannst du dir merken:
Flow Builder: Automatisierungen innerhalb von Shopware
Nexus: Automatisierungen und Datenflüsse über Systemgrenzen hinweg
Der Flow Builder konzentriert sich also auf strukturierte Abläufe innerhalb von Shopware, während Nexus Prozesse über mehrere externe Systeme hinweg orchestriert.
Beide Werkzeuge können sich ergänzen, aber nicht unbedingt ersetzen!
Ein Flow kann beispielsweise zunächst einen internen Status setzen – Nexus kann anschließend den systemübergreifenden Teil des Prozesses übernehmen. Verwende den Flow Builder weiterhin um innerhalb deines Shopware Systems Prozesse abzubilden. Nexus nutzt du wie eine klassische Schnittstelle um Daten zu Fremdsystemen zu übertragen.
Nexus oder klassische Schnittstelle?
Nexus soll individuelle Schnittstellen nicht in jedem Anwendungsfall vollständig ersetzen. Es gibt zahlreiche Prozesse, die sich über einen visuellen Workflow schneller und flexibler umsetzen lassen, vor allem du kein erfahrener Entwickler bist. Eine individuelle Integration bleibt immer sinnvoll, wenn besondere Anforderungen bestehen.
Nexus eignet sich besonders, wenn
- Prozesse auf Shopware-Ereignisse reagieren,
- externe Systeme über gut dokumentierte APIs verfügen,
- ähnliche Abläufe wiederverwendet werden sollen,
- Datenflüsse visuell nachvollziehbar sein sollen,
- mehrere Systeme koordiniert werden,
- Standardaktionen und Transformationen ausreichen oder
- bestehende Skripte schrittweise abgelöst werden sollen.
Eine individuelle Schnittstelle bleibt sinnvoll, wenn
- sehr große Datenmengen in kurzer Zeit verarbeitet werden,
- komplexe Speziallogik erforderlich ist,
- das Zielsystem keine geeignete API besitzt,
- eigener Programmcode zwingend erforderlich ist,
- strenge Anforderungen an Laufzeit und Verfügbarkeit bestehen,
- eine selbst gehostete Lösung vorgeschrieben ist oder
- sehr individuelle Transaktions- und Rückabwicklungsprozesse notwendig sind.
In vielen Projekten wird auch eine Kombination sinnvoll sein. Nexus übernimmt dann beispielsweise die Orchestrierung, während eine individuelle Shopware App oder ein externer API-Dienst eine spezielle Transformation ausführt.
Welche weiteren Tools und Dienste brauchst du?
Nexus verbindet und koordiniert Systeme. Es ersetzt diese Systeme nicht. Welche weiteren Lösungen du benötigst, hängt von deinem Geschäftsmodell und deiner bestehenden IT-Landschaft ab.
ERP oder Warenwirtschaft
Ein ERP verwaltet typischerweise:
- Aufträge,
- Belege,
- Einkauf,
- Lager,
- Rechnungen,
- Debitoren,
- Lieferanten und
- kaufmännische Prozesse.
Nexus kann Daten zwischen Shopware und dem ERP transportieren. Es übernimmt aber nicht die eigentlichen ERP-Funktionen.
PIM-System
Ein PIM unterstützt dich bei der zentralen Pflege umfangreicher Produktinformationen. Nexus kann den Datenfluss zwischen PIM und Shopware koordinieren. Die Produktdaten selbst müssen trotzdem im PIM strukturiert und gepflegt werden.
CRM-System
Ein CRM verwaltet Kontakte, Unternehmen, Vertriebsaktivitäten und Kundenbeziehungen. Nexus kann Kunden- und Bestelldaten an das CRM übertragen. Vertriebsprozesse und Kundenkommunikation finden jedoch weiterhin im CRM statt.
WMS und Versandsoftware
Ein Warehouse-Management-System organisiert komplexe Lager- und Kommissionierungsprozesse. Versandplattformen erstellen Labels, wählen Versanddienstleister und übertragen Trackingdaten. Nexus kann diese Prozesse anstoßen oder Statusinformationen weitergeben. Es ersetzt aber weder Lager- noch Versandsoftware.
Monitoring und Protokollierung
Je wichtiger die Integration ist, desto wichtiger wird eine zuverlässige Überwachung.
Zusätzliche Monitoringlösungen können helfen:
- Fehler zentral zu sammeln,
- Ausfälle frühzeitig zu erkennen,
- Warnungen zu versenden,
- Laufzeiten zu überwachen,
- API-Antworten zu protokollieren und
- langfristige Auswertungen bereitzustellen.
Da das aktuelle Nexus-Monitoring noch begrenzt ist, kann ein ergänzendes Monitoring gerade bei geschäftskritischen Workflows sinnvoll sein.
Weitere Automatisierungsplattformen
Plattformen wie n8n, Make oder Microsoft Power Automate verfügen teilweise über eine größere Anzahl fertiger Konnektoren.
Sie können weiterhin sinnvoll sein, wenn:
- viele Systeme ohne direkten Shopware-Bezug beteiligt sind,
- ein benötigter Nexus-Konnektor fehlt,
- eigener Code ausgeführt werden muss,
- bestimmte Webhook-Prozesse benötigt werden oder
- du eine selbst gehostete Automatisierungsplattform verwenden möchtest.
Nexus soll nicht mit allgemeinen Plattformen wie n8n um die größtmögliche Zahl an Integrationen konkurrieren. Der Schwerpunkt liegt stattdessen auf der besonders tiefen Shopware-Integration von Nexus, die einen für den Datenhaushalt besseren Zugriff bietet als externe Tools.
Wo liegen die aktuellen Grenzen von Nexus?
Nexus bietet bereits interessante Möglichkeiten. Die Plattform befindet sich aber weiterhin in einer frühen Produktphase. Diesen Entwicklungsstand solltest du bei deiner Planung berücksichtigen und dann immer im Einzelfall prüfen, ob sich dein Ziel mit Nexus umsetzen lässt..
Begrenzte Zahl fertiger Konnektoren
Aktuell stehen insbesondere Funktionen für folgende Bereiche zur Verfügung:
- Microsoft Dynamics 365 Business Central,
- Slack,
- Amazon S3,
- Shopware API,
- externe API-Aufrufe und
- Shopware-E-Mails.
Shopware nennt darüber hinaus zahlreiche mögliche zukünftige Konnektoren, unter anderem für Pimcore, NetSuite, HubSpot, Odoo, Akeneo und Brevo. Diese befinden sich jedoch teilweise noch in Prüfung oder Entwicklung und sollten deshalb aktuell noch nicht fest als verfügbar eingeplant werden.
Business Central unterstützt noch nicht alle Entitäten
Der aktuelle Business-Central-Konnektor unterstützt laut Entwicklerdokumentation insbesondere:
- Customers,
- Items und
- Sales Orders.
Für weiterführende ERP-Prozesse können daher zusätzliche API-Aufrufe oder individuelle Erweiterungen erforderlich sein..
Technisches Wissen bleibt erforderlich
Die visuelle Oberfläche erweckt schnell den Eindruck, jeder Workflow lasse sich ohne Entwicklerkenntnisse erstellen.
Bei komplexen Integrationen musst du jedoch weiterhin:
- Datenstrukturen verstehen,
- APIs konfigurieren,
- Zugriffsrechte verwalten,
- Mappingregeln definieren,
- Fehlerfälle abbilden und
- Wiederholungen kontrollieren.
Begrenztes Monitoring
Allerdings musst du mit unter anderem folgenden Einschränkungen rechnen:
- keine vollständigen Logs für jeden Node,
- begrenzte Payload-Einsicht und
- teilweise notwendige manuelle Aktualisierung.
Für einfache Workflows ist das nicht zwingend problematisch. Bei der Übertragung aller Bestellungen oder Bestände kann es jedoch ein wichtiges Kriterium sein.
Keine On-Premise-Variante
Nexus wird als Shopware Service betrieben. Eine selbst gehostete Installation auf deiner eigenen Infrastruktur ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen. Auch Multi-Region-Deployments sind in der Beta-Phase noch nicht verfügbar. Für Unternehmen mit besonders strengen IT-, Datenschutz- oder Infrastrukturvorgaben kann das ein Ausschlusskriterium sein.
Noch keine verbindlichen Enterprise-SLAs
In der Beta-Phase stehen aktuell unter anderem noch keine SLA-Garantien und kein durchgängiger 24/7-Support zur Verfügung. Für eine Slack-Nachricht über eine große Bestellung ist das möglicherweise unkritisch. Wenn aber alle Bestellungen, Preise oder Bestände ausschließlich über Nexus verarbeitet werden, solltest du Ausfallrisiken und Ersatzprozesse genau bewerten.
Custom Nodes und Marketplace sind noch nicht vollständig verfügbar
Shopware nennt unter anderem Custom Node Development und einen Workflow Marketplace als zukünftige beziehungsweise nachgelagerte Funktionen. Aktuell kannst du daher nicht jede individuelle Logik als eigenen wiederverwendbaren Nexus-Baustein umsetzen.
Was kostet Shopware Nexus?
Shopware plant aktuell eine kostenlose Einführungsphase bis zum 1. September 2026. Für die Zeit danach nennt Shopware als vorläufige Orientierung einen Preis von ungefähr 10 Euro pro 1.000 Ausführungen.
Abhängig vom Shopware-Plan könnten Freikontingente, Rabatte oder zusätzliche Premiumfunktionen angeboten werden. Shopware weist ausdrücklich darauf hin, dass sich das Preismodell derzeit noch in der Beta-Phase befindet und geändert werden kann.
Für deine Wirtschaftlichkeitsberechnung solltest du aber nicht nur den Preis pro Ausführung betrachten, berücksichtige außerdem:
- die einmalige Konzeption,
- die technische Einrichtung,
- Tests und Qualitätssicherung,
- laufende Überwachung,
- Pflege bei Prozessänderungen,
- Kosten der beteiligten Drittsysteme,
- eingesparte manuelle Arbeitszeit,
- vermiedene Übertragungsfehler und
- bisherige Kosten für Middleware oder individuelle Skripte.
Ein Workflow, der täglich 20 große Aufträge verarbeitet, ist wirtschaftlich anders zu bewerten als ein Prozess, der bei jeder einzelnen Bestandsänderung eine neue Ausführung erzeugt.
Wann lohnt es sich, Nexus genauer anzusehen?
Du solltest dich mit Shopware Nexus beschäftigen, wenn mehrere der folgenden Aussagen auf deinen Shop zutreffen:
- Shopware ist mit mehreren externen Systemen verbunden.
- Mitarbeiter übertragen regelmäßig Daten von Hand.
- Du verwendest mehrere individuelle Skripte oder Cronjobs.
- Deine bestehende Schnittstellenlandschaft ist nur schwer nachvollziehbar.
- Nach Updates treten wiederholt Integrationsprobleme auf.
- Fehler werden häufig erst spät entdeckt.
- Du möchtest ein neues ERP, PIM oder CRM anbinden.
- Du betreibst mehrere Shopware Shops.
- Ähnliche Prozesse sollen in mehreren Shops verwendet werden.
- Bestehende Middleware verursacht hohe Kosten.
- Dein Unternehmen wächst und benötigt besser skalierbare Prozesse.
- Verantwortlichkeiten für Schnittstellen sind aktuell unklar.
Wann ist Nexus derzeit eher nicht die erste Wahl?
Nexus ist möglicherweise noch nicht die passende Hauptlösung, wenn:
- du nur eine einfache und bereits zuverlässig funktionierende Verbindung besitzt,
- dein Zielsystem keine geeignete API anbietet,v
- du eine vollständig selbst gehostete Lösung benötigst,
- verbindliche Enterprise-SLAs zwingend erforderlich sind,
- umfangreicher eigener Code im Workflow ausgeführt werden muss,
- extrem große Datenmengen verarbeitet werden oder
- ein entscheidender Konnektor noch nicht verfügbar ist.
Auch in diesen Fällen kann es sinnvoll sein, Nexus mit einem kleinen Pilotprojekt zu testen und die weitere Entwicklung zu beobachten.
So startest du sinnvoll mit Shopware Nexus
Du solltest nicht sofort versuchen, deine komplette ERP-Integration abzulösen. Ein klar abgegrenztes Pilotprojekt ist meistens der bessere Einstieg.
Schritt 1: Bestehende Prozesse dokumentieren
Notiere, welche Daten heute zwischen Shopware und anderen Systemen ausgetauscht werden.
Halte fest:
- welche Prozesse automatisch laufen,
- welche Schritte manuell erfolgen,
- welche Systeme beteiligt sind,
- wo regelmäßig Fehler entstehen und
- welche Abhängigkeiten bestehen.
Schritt 2: Einen geeigneten Pilotprozess auswählen
Ein guter Pilotprozess ist:
- klar abgegrenzt,
- regelmäßig wiederkehrend,
- technisch überschaubar,
- nicht unmittelbar geschäftskritisch und
- hinsichtlich Zeitersparnis oder Fehlerquote messbar.
Eine Slack-Nachricht bei Großbestellungen oder ein zeitgesteuerter Export kann für den Einstieg geeigneter sein als die vollständige Ablösung einer ERP-Schnittstelle.
Schritt 3: Führende Systeme definieren
Lege fest, welches System für welche Informationen verantwortlich ist.
Ein Beispiel:
- Produkttexte: PIM
- Preise: ERP
- Bestände: Warenwirtschaft
- Bestellungen: Shopware
- Rechnungen: ERP
- Vertriebsaktivitäten: CRM
Ohne diese Zuordnung können Systeme gegenseitig ihre Daten überschreiben.
Schritt 4: Datenmapping erstellen
Dokumentiere alle relevanten Felder und Umwandlungen, bevor du den Workflow baust.
Schritt 5: Fehlerfälle planen
Definiere nicht nur den erfolgreichen Ablauf – kläre außerdem:
- Was passiert bei fehlenden Pflichtdaten?
- Was passiert bei einem Timeout?
- Wie wird eine doppelte Verarbeitung verhindert?
- Wer wird bei einem Fehler benachrichtigt?
- Kann ein Vorgang erneut gestartet werden?
- Wie wird ein fehlerhafter Datensatz korrigiert?
Schritt 6: Im Staging-System testen
Teste Standardfälle, Sonderfälle und bewusst fehlerhafte Daten. Erst danach sollte der Workflow kontrolliert produktiv geschaltet werden.
Schritt 7: Workflow dokumentieren und überwachen
Dokumentiere:
- den Zweck des Workflows,
- beteiligte Systeme,
- Verantwortlichkeiten,
- Zugänge und Berechtigungen,
- Datenfelder,
- Bedingungen,
- Fehlerbehandlung und
- vorgenommene Änderungen.
Ein Workflow ist nach seiner Aktivierung nicht für immer abgeschlossen. APIs, Datenstrukturen und Geschäftsprozesse können sich verändern.
Warum eine erfahrene Shopware-Agentur weiterhin sinnvoll ist
Shopware Nexus kann den technischen Aufwand für Integrationen reduzieren. Die eigentliche Herausforderung einer Schnittstelle besteht jedoch selten nur darin, einen API-Aufruf auszulösen. Entscheidend ist, dass:
- alle notwendigen Daten übertragen werden,
- die Daten im Zielsystem richtig interpretiert werden,
- keine doppelten Kunden oder Aufträge entstehen,
- Fehler sichtbar und korrigierbar bleiben,
- die Integration auch bei hohem Datenvolumen funktioniert,
- Shopware-Updates keine unbemerkten Probleme verursachen und
- der Prozess zu deinen tatsächlichen Geschäftsabläufen passt.
Eine visuelle Low-Code-Oberfläche ersetzt deshalb keine saubere Schnittstellenkonzeption. Als Shopware-Agentur unterstützen wir dich dabei, deine bestehende Systemlandschaft zu analysieren und eine passende Integrationsstrategie zu entwickeln.
Dabei prüfen wir unter anderem:
- Welche Prozesse lassen sich sinnvoll mit Nexus umsetzen?
- Welche bestehenden Schnittstellen sollten erhalten bleiben?
- Wo ist eine individuelle Entwicklung weiterhin notwendig?
- Welche Daten müssen zwischen den Systemen ausgetauscht werden?
- Wie lassen sich Fehler und doppelte Übertragungen verhindern?
- Welche Monitoring- und Sicherheitsmaßnahmen werden benötigt?
- Wie kann die Lösung später erweitert werden?
Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Workflows oder Systeme einzuführen. Die Lösung muss zu deinem Unternehmen passen, im Alltag nachvollziehbar bleiben und zuverlässig mit deinen Anforderungen wachsen können.
Du möchtest Shopware mit deinem ERP, PIM, CRM, deiner Warenwirtschaft oder einem anderen externen Dienst verbinden? Dann analysieren wir gemeinsam deine Prozesse und zeigen dir, ob Shopware Nexus, eine individuelle Schnittstelle oder eine Kombination aus beiden Ansätzen die beste Lösung für deinen Shop ist.
Fazit: Nexus vereinfacht Integrationen – aber nicht die notwendigen Entscheidungen
Shopware Nexus ist ein spannender Schritt hin zu zentraler gesteuerten und besser nachvollziehbaren Integrationen. Besonders für Shopbetreiber mit ERP, PIM, CRM, Warenwirtschaft oder mehreren Shopware Shops kann die Plattform langfristig einen großen Mehrwert bieten.
Wiederkehrende Aufgaben lassen sich automatisieren, Datenflüsse werden sichtbarer und bestehende Prozesse können flexibler erweitert werden.
Gleichzeitig solltest du den aktuellen Entwicklungsstand realistisch einschätzen. Nexus befindet sich trotz der bereits erfolgten Markteinführung weiterhin in einer Early-Access- beziehungsweise Beta-Phase. Die Zahl fertiger Konnektoren ist noch begrenzt, das Monitoring wird weiter ausgebaut und für einige Anforderungen bleiben individuelle Dienste oder Schnittstellen notwendig.
Die wichtigste Erkenntnis lautet deshalb:
Nexus kann die technische Orchestrierung vereinfachen. Gute Integrationen entstehen aber weiterhin durch eine genaue Prozessanalyse, saubere Datenmodelle und eine zuverlässige Fehlerbehandlung.
Wenn du bereits mehrere externe Systeme mit Shopware verbindest, regelmäßig Daten von Hand überträgst oder deine bestehende Schnittstellenlandschaft modernisieren möchtest, solltest du dich mit Nexus beschäftigen.
Ein sorgfältig ausgewählter Pilotprozess zeigt dir, welches Potenzial die Plattform in deinem Unternehmen tatsächlich entfalten kann.
Key Takeaways
- Shopware Nexus ist eine Shopware-native Integrations- und Orchestrierungsplattform. Sie soll Shopware mit ERP-, PIM-, CRM- und weiteren externen Systemen verbinden.
- Nexus arbeitet ereignisbasiert. Workflows können durch ein Shopware-Ereignis oder einen festen Zeitplan gestartet werden.
- Workflows werden visuell aufgebaut. Trigger, Aktionen, Bedingungen, Transformationen und Ausgaben werden als Nodes auf einer Canvas verbunden.
- Nexus ist eine Low-Code-Lösung. Einfache Workflows lassen sich mit wenig Entwicklungsaufwand erstellen. Für komplexe Integrationen bleibt technisches Wissen erforderlich.
- Nexus und Flow Builder erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Der Flow Builder automatisiert hauptsächlich interne Shopware-Prozesse. Nexus koordiniert Abläufe über mehrere Systeme hinweg.
- Nexus ersetzt keine ERP-, PIM-, CRM- oder Warenwirtschaftssysteme. Die Plattform verbindet und orchestriert diese Anwendungen.
- Der aktuelle Funktionsumfang ist noch begrenzt. Konnektoren, Monitoring, Custom Nodes und Enterprise-Funktionen werden weiterentwickelt.
- Geschäftskritische Prozesse benötigen ein sauberes Konzept. Datenmapping, Staging, Fehlerbehandlung, Berechtigungen und Monitoring bleiben unverzichtbar.
- Ein Pilotprojekt ist der sinnvollste Einstieg. Beginne mit einem klar abgegrenzten und messbaren Prozess.
- Nexus wird besonders für komplexere Systemlandschaften interessant. Je mehr manuelle Übergaben, Skripte und externe Systeme beteiligt sind, desto größer kann der Nutzen einer zentralen Workflow-Ebene sein.
FAQs
Was ist Shopware Nexus einfach erklärt?
Shopware Nexus ist eine Plattform, mit der du Abläufe zwischen deinem Shopware Shop und externen Systemen automatisieren kannst. Dazu gehören beispielsweise ERP-, PIM-, CRM- und Warenwirtschaftssysteme. Die Workflows werden auf einer visuellen Oberfläche aus einzelnen Bausteinen zusammengestellt.
Ist Shopware Nexus ein Bestandteil von Shopware 6?
Nexus ist ein Shopware-eigener Cloudservice, der eng mit Shopware 6 verbunden wird. In deinem Shop aktivierst du den Nexus Event-Ingestion Service. Die eigentlichen Workflows werden anschließend im Nexus-Portal erstellt und verwaltet.
Welche Shopware-Version brauche ich für Nexus?
Nach der aktuellen Dokumentation benötigst du mindestens Shopware 6.7.1.0. Außerdem brauchst du einen aktiven Shopware Account, ein zugeordnetes Unternehmen und Administratorzugriff auf den Shop.
Brauche ich Programmierkenntnisse für Shopware Nexus?
Für einfache Workflows sind nicht unbedingt umfangreiche Programmierkenntnisse erforderlich. Bei ERP-Anbindungen, komplexen Datenmodellen und individuellen APIs benötigst du jedoch Kenntnisse über Schnittstellen, Authentifizierung, Datenmapping und Fehlerbehandlung.
Was ist der Unterschied zwischen Nexus und dem Flow Builder?
Der Flow Builder automatisiert hauptsächlich Abläufe innerhalb von Shopware. Nexus ist für systemübergreifende Prozesse gedacht und verbindet Shopware mit externen Anwendungen. Beide Werkzeuge können innerhalb eines Gesamtprozesses zusammenarbeiten.
Welche Systeme kann Nexus aktuell anbinden?
Aktuell stehen unter anderem Funktionen für Microsoft Dynamics 365 Business Central, Slack, Amazon S3, Shopware APIs und generische externe API-Aufrufe zur Verfügung. Weitere Konnektoren sind angekündigt oder befinden sich in Prüfung.
Kann Nexus eine individuell entwickelte ERP-Schnittstelle ersetzen?
Bei standardisierbaren Abläufen kann Nexus den individuellen Entwicklungsaufwand reduzieren. Sehr komplexe Prozesse, große Datenmengen, Speziallogik oder Systeme ohne geeignete API können weiterhin eine individuelle Schnittstelle erfordern.
Ist Nexus bereits für geschäftskritische Prozesse geeignet?
Das hängt von deinen Anforderungen ab. Da Nexus derzeit noch als Early Access beziehungsweise Beta dokumentiert wird und noch Einschränkungen bei Monitoring, SLA und Support bestehen, sollten geschäftskritische Prozesse besonders gründlich geplant, getestet und überwacht werden.
Was kostet Shopware Nexus?
Die Einführungsphase soll nach aktueller Planung bis zum 1. September 2026 kostenlos sein. Danach nennt Shopware vorläufig ungefähr 10 Euro pro 1.000 Workflow-Ausführungen. Das Preismodell kann sich noch verändern.
Für welche Shopbetreiber lohnt sich Nexus besonders?
Nexus ist besonders interessant für Shopbetreiber, die Shopware mit mehreren externen Systemen verbinden, regelmäßig Daten manuell übertragen, viele individuelle Skripte verwenden oder ihre Schnittstellenlandschaft besser strukturieren und überwachen möchten.
Brauchst du noch weitere Informationen rund um Shopware, Themes und Skalierungsmöglichkeiten für deinen Online Shop?
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